Wieso beschäftige ich mich mit Barrierefreiheit:
Wenn ich eines sicher weiß, dann ist es, dass es kaum etwas wichtigeres gibt, als andere Lebensrealitäten mitzudenken und zu versuchen, diese zu verstehen. In meinem Umfeld habe ich sowohl engen Kontakt zu Menschen mit psychischen als auch körperlichen Erkrankungen oder Entwicklungsstörungen. Im Alltag, egal ob online oder offline, stoßen diese Menschen nicht nur oft auf Unverständnis, sondern stehen vor Herausforderungen, die sie wirklich nicht gebrauchen können. Wieso? Eigentlich immer, weil ihre Lebensrealität nicht mitgedacht wird. Es entspricht nicht der Norm, sie gehören zu einer Minderheit und schwups – wird automatisch alles noch schwieriger und die Alltagsbewältigung komplexer. In Bezug auf diverse Punkte kann man sich da nur an den Kopf fassen, weil es so schade und an vielen Stellen eine Verbesserung eigentlich so einfach ist. Allein deswegen sollte das Thema „Barrierefreiheit“ immer mehr Aufmerksamkeit bekommen.
Für meine intakten Augen, Ohren, Arme oder Beine habe ich beispielsweise absolut gar nichts gemacht. Ich hatte einfach Glück. Das Glück hat nicht jede*r. Das sollte nicht bedeuten, dass das den Zugang zu verschiedensten Dingen enorm erschwert oder gar verwehrt. Somit ist es mir auch ein großes Anliegen, in meinem Arbeitsalltag mit meinen Inhalten jede Person zu erreichen, die auf sie zugreifen möchte. Ich denke, dir auch!
Was ist Barrierefreiheit eigentlich?
Barrierefreiheit bedeutet, dass Räume, Dienstleistungen oder Informationen für alle Menschen zugänglich sind, unabhängig von ihren körperlichen oder geistigen Fähigkeiten bzw. Einschränkungen. Ziel ist es, Barrieren zu beseitigen, die Menschen mit Einschränkungen daran hindern, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Diese Barrieren können physischer oder digitaler Natur sein. Barrierefreiheit sorgt dafür, dass alle Menschen – egal ob alt oder jung, mit Behinderungen oder ohne – Zugang zu den gleichen Ressourcen und Möglichkeiten haben. Das betrifft beispielsweise öffentliche Plätze, Gebäude Freizeitangebote, Verkehrsmittel und sonstige Dienste. Barrierefreiheit umfasst dabei allerdings nicht nur bauliche Maßnahmen, sondern wie erwähnt auch die digitale Barrierefreiheit. Diese stellt sicher, dass Webseiten, Apps und generell digitale Inhalte von allen Menschen genutzt werden können.
Welche Menschengruppen betrifft Barrierefreiheit und inwiefern hilft sie?
Barrierefreiheit betrifft zahlreiche Menschen, die aufgrund körperlicher, geistiger, sensorischer oder sonstiger Einschränkungen vor vielen Herausforderungen stehen. Verschiedene Menschen können allein schon mit der gleichen Erkrankung unterschiedlich eingeschränkt sein. Es gibt natürlich unzählige Erkrankungen, Störungen, Grade der Behinderung und Ausprägungen. Die im Folgenden genannten Beispiele, welchen Personengruppen die Barrierefreiheit zu Gute kommt, haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und dienen lediglich der Veranschaulichung der gängigsten „Zielgruppen“:
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Menschen mit Mobilitätseinschränkungen:
Für Rollstuhlfahrer*innen oder Menschen, die auf Gehhilfen angewiesen sind, sind barrierefreie Zugänge zu Gebäuden, öffentlichen Verkehrsmitteln oder sogar zu bestimmten Websites entscheidend. Rampen, automatische Türen und breitere Türrahmen helfen, Barrieren zu überwinden. Manchmal genügen schon ausreichende Sitzmöglichkeiten. -
Menschen mit Hörbeeinträchtigungen:
Sie benötigen Angebote wie Gebärdensprache, Untertitel oder Transkripte von Audioinhalten. In einer Welt, die zunehmend auf Video- und Audiokommunikation setzt, ermöglichen diese Hilfen den Zugang zu wichtigen Informationen. Künstliche Intelligenzen, die Audio-Inhalte vertonen können, sind inzwischen zahlreich vorhanden und stellen einen riesigen und erleichternden Schritt in die richtige Richtung dar. -
Menschen mit Sehbeeinträchtigungen:
Durch assistive Technologien wie Screenreader können Menschen mit Sehbehinderungen Websites, Apps und Dokumente lesen, die normalerweise nur durch visuelle Wahrnehmung zugänglich wären. Die Verwendung von klaren Kontrasten, klaren Schriftarten und Alternativtexten für Bilder ist hier besonders wichtig. Letzteres sind Texte, die den Inhalt und die Funktion von Bildern für blinde Menschen zugänglich machen. -
Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen:
Diese Gruppe benötigt besonders klare, einfache und strukturierte Informationen. Die Verwendung von simplen Texten und verständlichen Navigationsstrukturen sorgt für ein barrierefreies Erlebnis im Alltag und im digitalen Raum. -
Ältere Menschen:
Im Alter treten oft Einschränkungen der Sehkraft, Hörfähigkeit und Mobilität auf. Barrierefreie Technologien und Anpassungen helfen also ebenfalls Senioren, ihre Unabhängigkeit zu bewahren und weiterhin an der digitalen Welt teilzuhaben. -
Temporär eingeschränkte Menschen:
Unabhängig davon, dass einen zu jeder Zeit auch sehr plötzlich alle oben genannten Einschränkungen treffen könnten, gibt es natürlich viele Personen, die beispielsweise nach Unfällen, nach Operationen, während sonstiger temporärer Erkrankungen oder auch Erkrankungen mit anfallsartigen Symptomen andere Hilfestellungen benötigen als sonst. -
Entwicklungsdyspraxien:
Entwicklungsdyspraxien betreffen vor allem die Koordination von Bewegungen und motorischen Fähigkeiten. Es handelt sich um neurologische Störungen, bei denen das Gehirn Schwierigkeiten hat, Bewegungsabläufe zu planen und umzusetzen. Betroffene haben je nach Ausprägung Probleme mit feinmotorischen und/ oder grobmotorischen Fähigkeiten sowie beim Formen von Lauten, generell beim Sprechen, beim Lesen oder Schreiben. Angepasste Arbeitsumgebungen und technische Hilfsmittel können unterstützen.
Barrierefreiheit im digitalen Raum
Nicht nur im physischen Raum, auch online müssen Barrieren abgebaut werden. Barrierefreiheit im Internet umfasst eine Vielzahl von Aspekten, die es Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen ermöglichen, Inhalte und Dienstleistungen problemlos zu nutzen.
Barrierefreiheit auf Social Media:
Plattformen wie Facebook, Instagram, Twitter und TikTok spielen eine enorm große Rolle im Leben vieler Menschen. Daher sollten auch Social-Media-Inhalte barrierefrei sein. Folgende Maßnahmen können dazu beitragen:
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Untertitel und Transkripte:
Videos sollten mit Untertiteln versehen werden, um gehörlosen oder schwerhörigen Menschen den Zugang zu ermöglichen. Automatische Untertitel sind ein erster Schritt, doch die Qualität sollte überprüft und gegebenenfalls manuell verbessert werden. Transkripte in Captions oder fixiert in den Kommentaren wären eine (wenn auch nicht Echtzeit) Alternative. -
Alt-Texte für Bilder:
Die Verwendung von Alt-Texten beschreibt Bilder für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen. Sie können die Bilder dann mit Hilfe eines Screenreaders verstehen. -
Klarheit und einfache Sprache:
Social-Media-Beiträge sollten in einer einfachen, verständlichen Sprache geschrieben sein, um kognitiven Einschränkungen gerecht zu werden. Kurz und knapp funktioniert auf Social Media ohnehin gut. -
Barrierefreie Navigation:
Menschen mit motorischen Einschränkungen sollten die Möglichkeit haben, Social Media bequem mit alternativen Eingabemethoden wie Sprachsteuerung oder speziellen Geräten zu bedienen. -
Design und Aufmachung:
Postings sprechen Menschen mit Einschränkungen besonders an, wenn sie klar strukturiert sind, unter anderem auch durch kontrastreiche Farben und eine leserliche Schrift.
Barrierefreiheit auf Webseiten:
Auch Webseiten sollten so gestaltet werden, dass sie für alle Menschen zugänglich sind. Dies bedeutet unter anderem:
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Responsive Design:
Webseiten sind damit nämlich auf allen Geräten – vom Desktop über Tablets bis hin zu Smartphones – gut sichtbar, navigierbar und benutzbar. -
Verwendung von Kontrasten und klaren Schriftarten:
Ein hoher Kontrast zwischen Text und Hintergrund erleichtert es auch hier Menschen mit Sehbeeinträchtigungen, die Inhalte zu lesen, genauso wie die Auswahl von gut lesbaren Schriftarten. -
Navigationshilfen:
Eine klare und einfache Navigation ist notwendig, damit auch Menschen mit kognitiven Einschränkungen schnell finden, was sie suchen. Breadcrumbs, interaktive Elemente wie Buttons, einfache Menüs und klare Call-to-Actions sind hier hilfreich. -
Zugängliche Formulare:
Formulare sollten so gestaltet sein, dass sie auch von Menschen mit Beeinträchtigungen wie beispielsweise Sehbehinderungen oder motorischen Einschränkungen problemlos ausgefüllt werden können. Hilfsmittel wie eine Maus oder alternative Eingabegeräte sollten mitgedacht werden. -
Anpassbare Bedienoberflächen:
Die Möglichkeit, die Benutzeroberfläche anzupassen, etwa durch die Vergrößerung von Schaltflächen oder die Vereinfachung von Navigationsmenüs, kann vielen den Zugang zu Inhalten erleichtern. -
Sprachsteuerung und Voice-over-Technologien:
Sprachsteuerungssysteme können Menschen mit Dyspraxie dabei helfen, Dinge ohne die Notwendigkeit für präzise Handbewegungen zu bedienen. Die Integration von Sprachbefehlen in Apps oder auf Webseiten kann die Interaktion somit vereinfachen.
Wie Unternehmen von Barrierefreiheit profitieren
Was in erster Linie wichtig ist: Einer für alle und alle für einen! Barrierefreiheit ist etwas, was nur gemeinsam erreicht werden kann und was alle etwas angeht, nicht nur die Betroffenen selbst. Außerdem bin ich der festen Überzeugung, dass sich Barrierefreiheit gesamtgesellschaftlich positiv auswirkt.
Darüber hinaus muss man sagen: Unternehmen, die ihre Websites und Social-Media-Inhalte barrierefrei gestalten, profitieren sowohl ethisch als auch wirtschaftlich. Hier einige Beispiele:
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Größere Reichweite:
Durch die Verbesserung der Zugänglichkeit können Unternehmen ein breiteres Publikum erreichen, darunter dann entsprechend auch Menschen mit Behinderungen, ältere Menschen und all jene, die technische Hilfsmittel benötigen. Das bedeutet eine größere Zielgruppe und damit potenziell mehr Kund*innen. -
Markenimage:
Unternehmen, die Inklusion und Zugänglichkeit fördern, verbessern ihr Image und positionieren sich als sozial verantwortliche Marken. Dies kann zu einer stärkeren Kund*innenbindung und einem positiven öffentlichen Bild führen. Zudem zieht es soziale, werteorientierte Menschen auch stärker an. Gefährlich kann es an der Stelle werden, so ist es auch beim Thema Diversity, wenn das Ganze nicht von Herzen kommt, sondern rein dem Image-Polieren dient. Das ist damit selbstverständlich nicht gemeint und abzulehnen! -
SEO-Vorteile:
Barrierefreie Webseiten sind häufig besser strukturiert und für Suchmaschinen optimiert. Dies kann dazu führen, dass eine barrierefreie Seite in den Suchergebnissen besser platziert wird. Generell heißt barrierefrei einfach oft benutzer*innenfreundlich. -
Zufriedenere Kund*innen:
Sowohl werteorientierte Kund*innen als auch selbst Betroffene können sich mit der Marke richtig identifizieren und sind somit auch zufriedener. Dies endet in einer besseren Kund*innenbindung. -
Persönliches Glück:
Die Dankbarkeit der anderen Menschen gibt dir ebenfalls ein gutes Gefühl. Nämlich, etwas bewirken zu können. -
Rechtliche Absicherung:
Immer mehr Länder setzen auf gesetzliche Vorgaben zur Barrierefreiheit. Unternehmen, die diesen Anforderungen nicht entsprechen, riskieren Klagen oder Bußgelder. Barrierefreiheit schützt vor rechtlichen Konsequenzen und erhöht die rechtliche Sicherheit. In Amerika gibt es beispielsweise den American Disabilities Act (ADA). Dieser verpflichtet Unternehmen, ihre Websites barrierefrei zu gestalten, um Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen zu vermeiden. In der EU gibt es ebenfalls eine seit 2018 geltene Richtlinie sowie die Web Content Accessability Guidlines. In Deutschland sorgen außerdem das Behindertengleichstellungsgesetz sowie die Barrierefreie-Informationsrechnik-Verordnung für Fortschritte.
Fazit zur Barrierefreiheit:
Wir profitieren alle davon! Barrierefreiheit ist auch für Unternehmen kein nettes Angebot zur Fairness, sondern im besten Fall ein dringendes Bedürfnis und darüber hinaus automatisch tatsächlich noch ein wirtschaftlicher und rechtlicher Imperativ. Kurz und knackig, aber das bringt es denke ich am besten auf den Punkt. Nur weil am Ende viele davon profitieren, muss das nicht automatisch heißen, dass Anpassungen und Veränderungen von heute auf morgen und dazu noch sehr leicht umzusetzen sind. Jede Bemühung lohnt sich dennoch.
Ich freue mich, wenn wir an dieser Stelle derselben Meinung sind, du meine Gedanken zum Thema interessant findest und dich gegebenenfalls einmal jetzt im Anschluss durch meinen Service klickst, um herauszufinden, ob wir nicht nur ethisch auf einer Wellenlänge sind, sondern ich dir auch noch mit meinen angebotenen Dienstleistungen unter die Arme greifen kann. Wenn du mich jetzt sofort kennenlernen möchtest, klicke doch sofort hier für ein Erstgespräch.