Vom Baucontainer zur Businesspartnerin

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Der Moment, der alles verändert hat

Es gibt Momente im Leben, die sich einbrennen, obwohl man in diesem Augenblick noch gar nicht versteht, warum.

Es roch nach Nikotin. Das Unternehmen, bei dem ich angefangen hatte, war von der Flut schwer getroffen worden. Das Büro war nicht nutzbar und ein Teil der Arbeitsmaterialien wurde noch aus dem Schlamm gezogen. Mein erster Arbeitstag fand also nicht im frisch renovierten Büro statt, sondern in einem kalten Baucontainer.

Ich war meistens allein. Der Chef unterwegs, die einzigen Menschen um mich herum ein polnisch sprechender Bautrupp, gelegentlich ein LKW-Fahrer oder, wenn ich Glück hatte, der Postbote.
Und irgendwann dachte ich zum ersten Mal ganz klar:

Was mache ich hier eigentlich?

Heute weiß ich: Genau dort begann mein Weg in die Selbstständigkeit.

Mein Weg zwischen Familie, Karriere und Selbstständigkeit

Nach dem Abitur machte ich eine klassische Ausbildung und studierte abends neben dem Hauptjob BWL mit Schwerpunkt Marketing. Einige Jahre arbeitete ich bei Douglas und liebte die Welt der Lifestyleunternehmen. Die Mode, das Tempo und die Ästhetik faszinierten mich.

Dann kamen drei Kinder.

Mein Mann machte Karriere und war beruflich viel unterwegs. Ich war in Elternzeit, zunächst mit zwei kleinen Kindern, die gerade einmal anderthalb Jahre auseinander waren.

Kaum Schlaf. Kein freier Kopf. Kaum Zeit für mich selbst.

Unglücklich war ich deshalb nicht wegen meiner Kinder. Sie waren meine Welt. Aber da war noch etwas anderes in mir, das Raum wollte.

Also tat ich das, was ich schon immer getan habe, wenn etwas in mir gearbeitet hat:

Ich begann, etwas Eigenes aufzubauen.

Mein erstes eigenes Business am Küchentisch

Ich eröffnete meinen ersten eigenen Onlineshop für Kindersecondhandmode und Spielwaren.

Tagsüber Kleinkinder. Abends Laptop. Nachts Pakete packen im Keller, Rechnungen schreiben und Bestellungen sortieren. Morgens kam der DHL-Bote und holte alles ab.

Ich liebte das selbstständige Arbeiten, die Eigenverantwortung und die Möglichkeit, Dinge selbst zu gestalten.

Mit Kind Nummer drei wurde irgendwann alles zu viel und ich musste den Shop schließen. Aber das Gefühl blieb.

Genau so wollte ich eigentlich arbeiten.

Die Teilzeitfalle vieler Mütter

Was folgte, waren Jahre in der klassischen Teilzeitspirale.

Ein Job nach dem anderen. Nie passten alle Rahmenbedingungen gleichzeitig. Entweder die Betreuungszeiten nicht, das Gehalt war schlecht oder die Aufgaben fühlten sich viel zu klein an für das, was ich eigentlich konnte.

Da war zum Beispiel ein Hörgeräte-Startup mit amerikanischer Unternehmenskultur und Konfetti-Animationen auf den Bildschirmen, sobald jemand einen Termin buchte.

Sechs Stunden täglich Telefonakquise. Ich war gut darin. Sehr gut sogar. Sechs Wochen in Folge wurde ich zur „Rookie of the Week“ gekürt.

Der Verdienst? Unterirdisch.

Und genau dort verstand ich zum ersten Mal:

Das Problem bin nicht ich. Das Problem ist der Rahmen.

Ich kannte das Gefühl, mehr zu können als der Job verlangte. Und ich kannte das Gefühl, dafür nicht gesehen zu werden.

Homeschooling, Weiterbildung und der Wunsch nach mehr Freiheit

Dann kam Corona.

Drei Kinder zuhause. Geschlossene Schulen und Kitas.

Ich reduzierte meine Arbeitszeit auf einen Minijob, weil jemand das Homeschooling übernehmen musste. Und das war ich.

Ich war enttäuscht. Nicht von meinen Kindern, sondern von einem System, das Mütter immer wieder vor dieselbe Wahl stellt: Familie oder Karriere.

Aber ich ließ mich davon nicht lähmen.

Während ich tagsüber Mathe erklärte und Arbeitsblätter organisierte, bildete ich mich nachts weiter. Im Onlinemarketing mit Schwerpunkt Social Media.

Wenn sich etwas verändert, dann nicht durchs Warten. Sondern durchs Tun.

Der Baucontainer und die Entscheidung für die Selbstständigkeit

Als die Schulen wieder öffneten, begann ein neuer Job. Und damit kam dieser Baucontainer.

Kurz vor Weihnachten passierte dort eine Szene, über die ich heute noch lachen muss.

Die Chefs hatten tonnenweise Süßigkeiten gekauft, die als Kundengeschenke in Ikea-Gläser verpackt werden sollten. Also saß ich stundenlang im eiskalten Container, drehte irgendwann die Heizung voll auf, packte alles sorgfältig ein und ging mittags nach Hause.

Den Container schloss ich ab. Die Heizung vergaß ich.

Am nächsten Morgen stand der Chef mitten im Schokomatsch. Hunderte Euro Weihnachtsgeschenke. Komplett geschmolzen.

Damals wäre ich am liebsten im Boden versunken. Aber statt mir den Kopf abzureißen, blieb er erstaunlich entspannt. Wahrscheinlich auch deshalb, weil er am Tag zuvor durch einen meiner LinkedIn-Posts einen richtig guten Kunden gewonnen hatte.

Heute arbeiten wir immer noch zusammen. Nur auf einer völlig anderen Ebene. Nicht mehr angestellt, sondern als Selbstständige.

Rückblickend beschreibt diese Szene perfekt, wie falsch dieser Ort damals für mich war – und gleichzeitig, wie wichtig er für meinen Weg wurde.

Denn dieser Baucontainer war nicht mein Tiefpunkt.

Er war der Moment, in dem ich aufgehört habe, auf bessere Umstände zu warten und angefangen habe, sie selbst zu erschaffen.

Warum ich heute mehr bin als eine virtuelle Assistenz

Auf der Suche nach einer Arbeitsweise, die wirklich zu meinem Leben passt, stieß ich schließlich auf das Modell der virtuellen Assistenz.

Ortsunabhängig. Flexibel. Eigenverantwortlich.

Ich traf eine Entscheidung und habe sie bis heute nicht bereut.

Doch mit der Zeit merkte ich: Ich arbeite nicht einfach Aufgaben ab. Ich denke voraus. Ich erkenne Zusammenhänge. Ich stelle die richtigen Fragen. Ich schaffe Strukturen. Und ich bringe Perspektiven ein, die Unternehmen wirklich weiterhelfen.

Irgendwann wurde mir klar: Das Label „virtuelle Assistenz“ beschreibt längst nicht mehr vollständig, was ich heute tue.

Heute arbeite ich als Businesspartnerin für Einzelunternehmer und mittelständische Unternehmen, die nicht einfach Unterstützung suchen, sondern jemanden, der Verantwortung übernimmt, Prozesse mitdenkt und Wachstum operativ möglich macht.

Businesspartnerin statt reine Assistenz

Viele Unternehmer suchen heute keine klassische Assistenz mehr. Sie suchen jemanden, der mitdenkt, Verantwortung übernimmt, Chaos in Struktur verwandelt, Prozesse optimiert, operative Entlastung schafft und langfristig Teil des Unternehmens wird.

Genau darin liegt heute meine Stärke.

Durch meine Erfahrungen aus Angestelltenverhältnissen, Selbstständigkeit, Familienorganisation und Businessaufbau bringe ich nicht nur Organisationstalent mit, sondern vor allem unternehmerisches Verständnis.

Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn alles gleichzeitig funktionieren muss.

Und genau deshalb arbeite ich heute so, wie ich selbst immer gerne unterstützt worden wäre.

Vom Baucontainer zum eigenen Business

Drei Kinder. Zwei Hunde. Ein wachsendes Business.

Und zum ersten Mal seit langer Zeit das Gefühl, wirklich am richtigen Platz zu sein.

Manchmal denke ich heute noch an diesen Baucontainer zurück. Nicht mit Frust. Sondern mit Dankbarkeit.

Ich muss nicht darauf warten, dass mir jemand den richtigen Platz gibt. Ich darf ihn selbst erschaffen.

Du suchst mehr als nur eine virtuelle Assistenz?

Vielleicht kennst du dieses Gefühl auch – dass du nicht einfach jemanden brauchst, der Aufgaben abarbeitet, sondern jemanden, der wirklich mitdenkt.

Wenn das so ist, lass uns sprechen.

Foto von Kirsten Schölzel

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